Die Ingenieurin hat in ihrer Doktorarbeit an der Universität Heidelberg einen weichen Roboteranzug entwickelt, der Menschen mit geschwächter Hüftmuskulatur beim Gehen unterstützt. Der Roboteranzug, auch „Roboter-Shorts“ genannt, wird wie ein Kleidungsstück über der normalen Kleidung getragen. Etwas ähnliches kennt die Tech-Welt bereits: Exoskelette. Bei Dr.-Ing. Tricomis Forschung gibt es aber einen großen Vorteil. Die Roboter-Shorts schränken die Bewegungsfreiheit nicht ein, unterstützen den Körper aber trotzdem.
Möglich machen das integrierte Sensoren und eine intelligente Steuerung. Die Technik erkennt die Bewegungen der Träger*innen und kann so in Echtzeit einschreiten. Betrieben wird das Ganze über ein kleines Antriebsmodul, das an der Taille sitzt und die Kraft gezielt auf die Shorts überträgt. So kann der Gang einer Person effizienter gemacht werden. Besonders ältere Menschen mit Hüftproblemen konnten beim Laufen Energie sparen und wurden langsamer müde.
Das große Ziel der Ingenieurin ist es, Menschen mit Bewegungseinschränkungen mehr Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen. Sie steuert mit ihrer Technik also gegen die Probleme des Alters wie abnehmende Muskelkraft, eingeschränkte Gelenkfunktionen und Probleme mit dem Gleichgewicht an. Das Potenzial der Erfindung ist damit aber noch lange nicht ausgeschöpft. Anders als die Exoskelette sind die Roboter-Shorts für den Alltag entwickelt worden.
„Die Auszeichnung soll außerdem mehr Frauen für technische Berufe begeistern und sie auf ihrem Weg in der Wissenschaft unterstützen.“
Mit dem Bertha-Benz-Preis werden jedes Jahr junge Ingenieurinnen ausgezeichnet, deren Forschung einen besonderen Beitrag für die Gesellschaft leistet. Die Auszeichnung soll außerdem mehr Frauen für technische Berufe begeistern und sie auf ihrem Weg in der Wissenschaft unterstützen. Der Preis erinnert an den Pioniergeist von Bertha Benz, die 1888 mit der ersten Fernfahrt in einem Automobil bewies, dass es ohne Mut, Neugier und Durchhaltevermögen keine technischen Innovationen geben kann.