Ergebnisse müssen für Sebastian auch schon im Studium greifbar gemacht werden. „Ich will am Ende handfeste Produkte, Sachen, die existieren und ein Problem lösen“, erklärt er. Im Maschinenbau beschäftigte sich der Student bis zum vierten Semester mit den Basics. Danach folgte für den 24-Jährigen die Vertiefung in Konstruktionstechnik und Produktentwicklung. Auch eine Praxisphase im achten Semester darf in Hamburg nicht fehlen. „Nehmt so viel Praxis mit, wie ihr könnt!“, rät Sebastian angehenden Studierenden in techniklastigen Studiengängen. Deswegen war er auch am HAWwer Rail Projekt interessiert, einem ganz besonderen Modelleisenbahnprojekt.
„Ich will am Ende handfeste Produkte, Sachen, die existieren und ein Problem lösen“
Was nach einem witzigen Hobby klingt, ist für Sebastian, seine Kommiliton*innen und Prof. Schelberg ernstgemeinter Ingenieursalltag. Mit dem Projekt HAWwer Rail sammeln Studierende praktische Erfahrung in ganz unterschiedlichen Bereichen. Sebastian studiert zwar Maschinenbau, aber auch Elektrotechnik, Informatik, sogar KI werden in den Projekten benötigt. Die Studierenden können statt einer Abschlussklausur am Projekt mitarbeiten. Für unterschiedliche Module finden sich dann passende und aktuelle Praxisaufgaben, um das Gelernte nicht nur abzufragen, sondern anzuwenden. Die drei großen Vorteile dieses Konzepts: keine stressige Prüfungsphase, Lernkontrolle mit Spaß und Anknüpfungspunkte zur wirklichen Arbeitswelt.
„Was macht man als Ingenieur*in eigentlich im Unternehmen?“, das hat sich Sebastian vor dem Studium gefragt und seine Antwort im HAWwer-Rail Projekt gefunden. „Die Idee des Projektes ist es, etwas Abstraktes in die Realität zu bringen, das Ganze greifbar zu machen.“ Die Studierenden arbeiten hier an industriell herstellbare Funktionsmodellen von realen Vorbildern im Maßstab 1:160 – ein „kleiner“ Einblick in die Berufswelt. Im Vergleich zu Klausuren ist hier die Lernkurve besonders steil, weil die Studierenden mit echten Bauteilen und Materialien hantieren sowie konsequent Methoden aus der Industrie anwenden müssen. Erfolgserlebnisse und Fehlschläge gehören genauso dazu, wie im späteren Arbeitsalltag. Im HAWwer Rail Projekt stehen der HAW Hamburg zusätzlich Industriepartner zur Seite. Für Sebastian war es das Deutsche Hafenmuseum in Hamburg, das ein Funktionsmodell der historischen Rethe-Hubbrücke in Auftrag gab. Die mechanische Struktur des Brückenmodells wird durch den gleichen Flugzeugkleber zusammengehalten, den Sebastian von seiner Praxisstelle kennt: Genau so entstehen neue Lösungen!