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Extrem belastbar
Die Arbeit von Chemie-Ingenieur*innen

Eigentlich wollte Florian Albrecht Sportmedizin studieren. Heute arbeitet der 31-Jährige als Chemie-Ingenieur bei Element Six (E6) und beschäftigt sich mit extrem harten Werkstoffen, die im Straßen- und Bergbau aber auch in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Und in 1.000 Anwendungen mehr. Wenn sich eine Straßenfräse durch alten Asphalt arbeitet, müssen ihre Meißel enormen Kräften standhalten. Gut möglich, dass die besonders widerstandsfähigen Zähne an der grabenden Maschine aus Burghaun bei Fulda stammen. Dort arbeitet Florian Albrecht beim Unternehmen Element Six. Der 31-Jährige leitet das Labor und die Sinterei des Hartmetallwerks.
Nach dem Abitur hatte er eigentlich ganz andere Pläne.

Erst Sport, dann Chemie
Wenn die zweite Wahl zum richtigen Studiengang wird

Fußball gehört seit jeher zu Florians großen Leidenschaften. Deshalb wollte er ursprünglich Sportmedizin studieren. Doch sein guter Abiturschnitt reichte zunächst nicht. Also begann er an der Universität Gießen mit der Lebensmittelchemie. Mathematik und Chemie hatten ihm schon in der Schule besonders gelegen – es waren auch seine Abi-Fächer. Was zunächst als akademische Übergangslösung gedacht war, entwickelte sich zunehmend zur echten Leidenschaft. Und als schließlich doch noch die Zusage für seinen medizinischen Wunschstudiengang kam, entschied sich Florian bewusst dagegen. Er blieb bei der Lebensmittelchemie und machte seinen Master.

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen seines Studiums kann er auch bei E6 als Chemie-Ingenieur nutzen. Das zusätzliche technische Wissen hat er sich vor allem in der Praxis angeeignet. Schließlich geht es bei seiner Arbeit nicht mehr um die Wurst, sondern um die extreme Härte.


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Als Chemie-Ingenieur kombiniert Florian technisches und chemisches Wissen

„Dort passiert die Magie im Hartmetallwerk.“

Chemie-Ingenieur Florian von E6

Magie aus dem Ofen
Was Hartmetall alles kann

Element Six produziert besonders harte Metalle. Die Sechs im Namen steht dagegen für das sechste Element im Periodensystem – den Kohlenstoff. Der Grundbaustein jedes Diamanten und ein gleichsam elementares Material von E6. In Burghaun stellt E6 aber vor allem Hartmetall her. Dafür mischt man pulverförmiges Wolframkarbid mit Metallen wie Kobalt oder Nickel. Die Mischung wird in Form gepresst und anschließend in speziellen Öfen bei Temperaturen von bis zu rund 1.500 Grad Celsius erhitzt. Dabei verbinden sich die harten Wolframkarbid-Körner mithilfe des metallischen Bindemittels zu einem festen, besonders widerstandsfähigen Werkstück. Diesen Vorgang nennt man Sintern. „Dort passiert die Magie im Hartmetallwerk“, sagt Florian. Das fertige Material ist dann so widerstandsfähig, dass es nur noch mit diamantbesetzten Schleifscheiben bearbeitet werden kann.

Die Einsatzmöglichkeiten dieses Supermaterials sind dann vielfältig: Straßenfräsmeißel tragen Asphalt ab, Bohrwerkzeuge arbeiten sich tief durch Gestein und im Bergbau müssen die Materialien enormen Belastungen standhalten. Selbst in der Medizintechnik und bei der Stahlverarbeitung kommt Hartmetall zum Einsatz. Auf dem Acker bieten die besonders widerstandsfähigen Werkstoffe sogar einen mächtigen Vorteil für die Umwelt: Während gewöhnliche Stahlwerkzeuge vergleichsweise schnell verschleißen und Metallabrieb im Boden hinterlassen, hält Hartmetall deutlich länger. Im wahren Wortsinne ein kleiner, aber elementarer Unterschied.


Vom Ferienjob zum Chef
Früh übt sich

Schon 2014 kam Florian erstmals als Ferienjobber zu E6. Später arbeitete er während seines Studiums in verschiedenen Abteilungen. Ein Produktionsleiter erkannte sein Potenzial und ermutigte ihn, nach dem Abschluss im Unternehmen anzufangen. 2021 startete Florian als Laborant, Ende 2022 übernahm er die Leitung des Labors. Inzwischen verantwortet er zusätzlich die Sinterei und führt rund 20 Beschäftigte.

Und was macht Florian den ganzen Tag? Florian plant Schichten, koordiniert Aufträge und verbessert Fertigungsprozesse. Besonders spannend wird es, wenn ein Kunde ein völlig neues Bauteil benötigt. Welche Materialmischung eignet sich? Welche Temperaturen braucht sie? Und lässt sich das gewünschte Werkstück überhaupt herstellen? Genau hier kommt der Chemie-Ingenieur zum Tragen


Natuwissenschaften X Ingenieurwesen

Eine tolle Kombi für eine super Zukunft

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Ingenieur*innen arbeiten oft Hand in Hand für das perfekte Produkt

Chemie ist Teamarbeit
Die Mischung macht es

Eine Sache hat Florian an seinem Beruf besonders überrascht: „Ich hätte früher nie gedacht, dass ein Chemieberuf auch so viel Interaktion mit Menschen zu tun hat.“ Er stimmt sich mit Kolleg*innen ab, diskutiert technische Lösungen und erklärt komplexe Zusammenhänge. Dabei kommt ihm seine offene Art zugute, die er auch auf dem Fußballplatz pflegt. Für Florian zählen deshalb neben naturwissenschaftlichem Interesse vor allem Neugier, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, Neues zu lernen. Sein beruflicher Weg zeigt, wie viele Möglichkeiten ein Chemiestudium eröffnet. Statt Sportmedizin und Lebensmittelanalysen bestimmen heute industrielle Werkstoffe seinen Arbeitsalltag. Und genau diese Mischung aus Chemie, Technik und Verantwortung begeistert ihn.

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Die Ingenieurnachwuchs-Initiative des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.
Seit 1998 widmet sie sich bereits den Themen Ingenieurwesen und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Ihr Ziel ist es, junge Menschen schon frühzeitig für den Ingenieursberuf sowie Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

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