Ein gewisses technisches und handwerkliches Interesse war bei Tim schon lange da, im Abi waren seine Leistungskurse Mathe und Physik. Nachdem er dann den Weg in die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker gefunden hatte, merkte er schnell, dass die Uni-Semester in Informatik dann doch nicht umsonst gewesen waren. Zum Beispiel in der Berufsschule, wo er in Mathe glänzen konnte und mit 1,0 Top-Noten bekam. Solche Leistungen blieben in seinem Ausbildungsbetrieb bei ZF Industrieantriebe Witten GmbH nicht unbeachtet. In seinem zweiten Lehrjahr wurde er dann zum Gespräch gebeten. „Mach doch ein duales Studium! Damit könntest du die Karriereleiter noch höher klettern“, war der Vorschlag, den man ihm unterbreitete.
Karriere machen, klang in Tims Ohren ganz gut. Ob ein duales Studium dann für ihn die beste Option war, musste er sich aber erst durch den Kopf gehen lassen. „Ich wollte schnell im Job einsteigen – das wäre mit einem dualen Studium ein bisschen später geworden“, erklärt er. Nachdem er sich umgeschaut hatte, fand er eine Alternative: ein Fernstudium an der AKAD University in Stuttgart. Dort kann er sich parallel zur Arbeit weiterbilden und studiert so nebenbei Mechatronik. Die Inhalte kann er flexibel durcharbeiten und die Themen in seinem eigenen Tempo lernen. „Ich kann auch entscheiden, wann ich eine Prüfung schreibe. Das kann zum Beispiel mitten in der Nacht sein … was vielleicht auch schon einmal vorgekommen ist“, scherzt der 28-Jährige.
Die Entscheidung hat er bisher noch nicht bereut, auch wenn ein Fernstudium parallel zur Ausbildung natürlich sehr zeitintensiv ist. Bei ZF arbeitet er täglich 7,5 Stunden und betreut mehrere Maschinen. Der Austausch mit den Kolleg*innen hilft ihm, genau wie die Studieninhalte, dabei, das große Ganze im Betrieb zu verstehen. Zwar kommen die Studieninhalte teilweise nur indirekt zum Einsatz, aber Tim merkt immer wieder, dass er Muster erkennt, die andere übersehen. „Man ist relativ schnell drin in anderen Sachen. Ich kann je nach Anwendungsfall auf meine Vorkenntnisse zurückgreifen“, führt er aus.
„Wenn man Bock hat, dann ist die Motivation da.“
Auch wenn ihm vor allem die Werkstofftechnik viel Spaß macht, besteht sein Alltag nicht nur aus Arbeit und Studium. Er betont: „Natürlich gibt es auch Relaxtage. Aber ich lerne einfach gerne und probiere Neues aus.“ Jeder und jede, die eine ähnliche Einstellung zur Technik haben wie er, kommen mit dieser Doppelbelastung auch zurecht. „Wenn man Bock hat, dann ist die Motivation da“, weiß er aus eigener Erfahrung. Hinzu fügt er noch: „Für alle Einser-Schüler*innen: Das wird im Studium nicht immer so bleiben, aber keine Panik – das ist normal!“