Die Medizintechnik hatte sich schon länger in Fenjas Alltag eingeschlichen. Die jetzige Studentin erinnert sich: „Ich schaute früher nebenbei gerne Arztserien und fand vor allem die Medizinprodukte toll“. Schnell war klar, dass Medizintechnik keine Fiktion aus einem Drehbuch ist, sondern Technik, die Menschen hilft. Als Facharbeitsthema in der Schule befasste sie sich mit dem da-Vinci System, einem besonderen roboterassistierten Chirurgiesystem. Es handelt sich um einen Operationsroboter, der Ärzt*innen bei minimalinvasiven Operationen unterstützt. Nach ein wenig Recherche und einer Info-Veranstaltung stand ihr Weg dann fest: Menschen helfen durch Technik.
Neben den Inhalten über Technik und Naturwissenschaften fand Fenja auch den sozialen Aspekt an ihrem Studium überzeugend. Sie kann in unterschiedlichen Bereichen Menschen helfen. Im „Balu und Du“-Projekt hat sie zum Beispiel ein Flüchtlingskind unterstützt – und dafür im Wahlfach Credits für ihr Studium bekommen. Zurzeit befasst sie sich mit dem Qualitätsmanagement und der Zulassung von Medizinprodukten. Sie studiert jetzt im Master und arbeitet nebenbei in einem Start-Up. Wenn es um die Gesundheit geht, müssen hohe Standards erfüllt werden und Fenja sorgt dafür, dass Sicherheit und Innovationsgedanke Hand in Hand gehen können.
Wie viel Technik und wie viel Medizin steckt im Studium? „Im Bachelor gibt es sehr viel Technik, Medizin ist hier nur ein Teilgebiet. Man lernt mit anderen Studiengängen die Basics in Elektrotechnik und Maschinenbau. Nebenbei gibt es dann spezifische Module für Medizintechnik“, erklärt die Studentin. Was Fenja besonders gut fand war, dass sie im Studium auch Unterricht an der Universitätsmedizin Göttingen hatte. Durch die Kooperation zwischen der HAWK und der Universitätsmedizin Göttingen konnten Studierende dort Einblicke in OPs, Labore und den Klinikalltag erhalten. Der Unterricht wurde häufig von Mediziner*innen gestaltet, sodass die Studierenden einen klaren Bezug zur Praxisanwendung miterlebt haben.
„Besonders einzigartig macht mein Studium die interdisziplinäre Zusammenarbeit.“
„Besonders einzigartig macht mein Studium die interdisziplinäre Zusammenarbeit“, sagt Fenja. Medizintechniker*innen haben eine so große Palette an Wissen, von klassischen Ingenieurwissenschaften über Medizin bis zum Management, dass sie viele lose Gedanken zu einem vollständigen Produkt zusammenfügen können. „Wir sind immer am connecten“. Von nichts kommt aber auch nichts, weiß Fenja: „Die Medizin-Module sind schon hart, da muss man gut lernen, um mitzukommen. Checkt vor dem Studium das Modulhandbuch, damit ihr den Studiengang und die Schwerpunkte nach euren Interessen wählen könnt.“
Nach einem Medizintechnik‑Studium eröffnen sich vielfältige Berufswege: Man kann in der Forschung und Entwicklung neuer medizinischer Geräte arbeiten, in der Industrie Produkt- oder Qualitätsmanagement übernehmen, in Kliniken technische Geräte betreuen oder in Behörden und Normungsorganisationen tätig sein. Auch weiterführende Master- oder Promotionsstudien sind möglich. Das Medizintechnik‑Studium an der HAWK zeichnet sich besonders durch seinen starken Praxisbezug, die interdisziplinäre Ausbildung an der Schnittstelle von Technik und Medizin sowie die enge Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Göttingen aus. Studierende profitieren von Praxisprojekten, Teamarbeit und einem auf die Anforderungen des Gesundheitswesens ausgerichteten Curriculum.