„Das Studium ist kürzer als die Zeit, die wir im Job verbringen“, fängt Frau Schardt an. Deswegen ist die erste Frage, die man sich stellen sollte: Was macht mir Spaß und womit möchte ich mich die nächsten Jahrzehnte beschäftigen? Dass Eltern oder Freunde einen gewissen Weg eingeschlagen haben, sollte kein Argument für die eigene Studienwahl sein. Im Ingenieurwesen ist man richtig aufgehoben, wenn man Interesse an Technik sowie Naturwissenschaften hat und neugierig auf die Funktionsweise von unserer Welt, von Stoffen und Geräten ist. Ein Tipp von Frau Schardt: „Manche Veranstaltungen sind für die Öffentlichkeit freigegeben, da kann man einfach mal reinschnuppern!“ Probieren vor dem Studieren, sozusagen.
Man muss sich zwar für ein Studienfach wie, unter anderem Maschinenbau, Elektrotechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik entscheiden, aber: „Da die Gesetzte der Natur überall gleich sind, ähneln sich auch die Grundlagen, egal wo ich in Deutschland Ingenieurwesen studiere“, weiß Frau Schardt. Mathe, Physik, Mechanik, Werkstoffe und Fertigung gehören zum Lehrplan der ersten Semester in allen Fachrichtungen. Ein örtlicher - oder auch ein fachlicher Wechsel ist also in den ersten Semestern ohne größere Probleme möglich, auch wenn Frau Schardt betont, dass man trotz dieses Hintertürchens nicht einfach uninformiert in ein Studium starten sollte.
„Aber ich hatte in Mathe nur eine Drei. Ist das ein Problem?“, ist eine Sorge, die Interessierte für Ingenieurwissenschaften in der Sprechstunde oft haben. Für solche inhaltlichen Fragen holen sich die Mitarbeitenden der Studienberatung oft Unterstützung aus den Fachbereichen. „Mathe in der Schule wirkt oft künstlich und hat teilweise wenig mit dem zu tun, wie wir es im Studiengang wirklich anwenden. Im Studium geht es darum, dass tiefere für den jeweiligen Berufsbereich benötigte mathematische Verständnis zu erlangen. Es viel wichtiger Interesse daran zu haben, Sachen erschaffen zu wollen oder zu hinterfragen – auch mit einer Drei in Mathe kann man das machen“, halten Maschinenbauprofessor Deniz Kurumlu und Elektrotechnikprofessor Markus Rüter fest.
„Es viel wichtiger Interesse daran zu haben, Sachen erschaffen zu wollen oder zu hinterfragen – auch mit einer Drei in Mathe kann man das machen.“
Herzlich willkommen in den Ingenieurwissenschaften! Aber was kommt dann? Auch darauf haben Frau Schardt und das Team der Westfälischen Hochschule eine Antwort – für all jene, die weit im Voraus alle Eventualitäten durchsprechen möchten. Im Studium selbst warten in den höheren Semestern die Vertiefungen - diese werden aber in der Regel erst gewählt, wenn man sich mit den Inhalten vertraut gemacht hat. Hier gilt die gleiche Devise: Das, was einen interessiert, bringt die höchsten Erfolgsaussichten. Dank Praxisphasen im Studium knüpfen viele Studierende früh Kontakte zu Unternehmen, sei es in Praktika oder während der Abschlussarbeiten – und werden nach dem Studium vom Fleck weg eingestellt.
Auch bei den Hochschultypen können junge Leute das wählen, was zu ihnen passt. „Wer ganz viel Theorie will, der sollte an eine Universität. Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind weitaus praktischer aufgestellt“, vergleicht Frau Schardt. Aus ihrer Erfahrung heraus weiß sie, dass viele Schüler*innen gerne in der Nähe bleiben möchten. Um für alle Interessierten den besten Studienplatz zu finden, arbeiten die Studienberatungen der Universitäten und Fachhochschulen oft zusammen.