Die Reichweite moderner Elektrofahrzeuge hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Je nach Fahrzeugklasse und Batteriekapazität sind heute Reichweiten zwischen etwa 300 und über 700 Kilometern möglich. Im Alltag spielen jedoch viele Faktoren eine Rolle – etwa Außentemperatur, Fahrstil, Geschwindigkeit oder die Nutzung der Heizung beziehungsweise Klimaanlage. Auch die Ladezeiten sind heute deutlich kürzer als noch vor einigen Jahren. An einer Schnellladesäule können viele aktuelle Elektroautos den Akku in etwa 20 bis 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. An einer Wallbox zu Hause dauert eine vollständige Ladung je nach Fahrzeug und Ladeleistung meist zwischen sechs und zehn Stunden – ideal also zum Laden über Nacht. Für die meisten Pendler und Alltagsfahrten reicht eine Batterieladung inzwischen problemlos aus.
Ein häufiger Kritikpunkt war lange die Lebensdauer der Batterien. Heute zeigt sich jedoch, dass moderne Lithium-Ionen-Batterien deutlich langlebiger sind als ursprünglich angenommen. Viele Hersteller geben Garantien von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Konkret wird dabei garantiert, dass die Speicherfähigkeit der Batterien bis dahin mindestens 70% der Nennkapazität behält. Die tatsächliche Lebensdauer moderner Lithium-Ionen-Akkus überschreitet diese Garantiezeit also. Durch eine behutsame Fahrweise, regelmäßige Wartung und schonendes Laden, also kein ständiges Schnellladen oder ständiges Leer- und komplettes Vollladen, schont man den Akkus zudem.
Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst kontinuierlich. Neben öffentlichen Ladepunkten entstehen immer mehr Schnellladestationen entlang von Autobahnen sowie Ladeangebote an Supermärkten, Unternehmen und Parkhäusern. Das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur enthält aktuell rund 153.000 Normalladepunkte und mehr als 53.000 Schnellladepunkte. Während das Angebot in Städten bereits auf einem guten Weg ist, hinkt der Ausbau in ländlichen Regionen und bei Mehrfamilienhäusern aber weiterhin hinterher.
Ja, allerdings hängt die Klimabilanz auch vom verwendeten Strom ab. Zwar verursacht die Herstellung eines Elektroautos, insbesondere der Batterie, zunächst höhere CO₂-Emissionen als die Produktion eines vergleichbaren Verbrenners. Im Betrieb gleichen Elektrofahrzeuge diesen Nachteil jedoch aus. Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien verbessert sich ihre Klimabilanz kontinuierlich. Über den gesamten Lebenszyklus verursachen Elektroautos heute in der Regel deutlich weniger Treibhausgasemissionen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Lithium, Nickel, Graphit, Mangan und Kobalt sind wichtige Rohstoffe für Batterien. Sie werden weltweit abgebaut – etwa in Australien, Südamerika oder der Demokratischen Republik Kongo. Die globalen Lieferketten sind komplex und bringen ökologische, soziale und geopolitische Herausforderungen mit sich. Beim Abbau können beispielsweise Ökosysteme belastet und große Mengen Wasser verbraucht werden. Deshalb arbeiten Unternehmen und Forschung daran, kritische Rohstoffe zu ersetzen oder einzusparen, Lieferketten transparenter zu machen und wertvolle Materialien aus alten Batterien zurückzugewinnen.
Auch wenn eine Batterie für ein Elektroauto nicht mehr genügend Leistung bringt, ist sie nicht automatisch unbrauchbar. Häufig können die Batterien zunächst ein sogenanntes Second Life erhalten – beispielsweise als stationäre Stromspeicher für Solarstrom. Erst wenn eine weitere Nutzung nicht mehr sinnvoll ist, werden die Batterien recycelt. Dabei lassen sich wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt und Kupfer zurückgewinnen und für die Herstellung neuer Batterien verwenden. Recyclingverfahren werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind ein wichtiger Baustein für eine nachhaltigere und stärker kreislauforientierte Elektromobilität.