Du kannst dir unter Elektrotechnik noch nicht wirklich was vorstellen? – So geht es einigen Schüler*innen. Wir haben jemanden um eine Erklärung gebeten, der es wissen muss. Um zu verstehen, was Elektrotechnik ist, rät Professor Rüter, sich im eigenen Alltag einmal ganz bewusst umzusehen: „Licht ist elektrisch, Thermometer, Smartphones, Digitalisierung, Zukunftsthemen wie KI – ist alles ausschließlich elektrisch. Und wenn man verstehen will, wie das alles funktioniert – insbesondere die physikalischen und technischen Grundlagen – dann versteht man, worum es in der Elektrotechnik geht.“
„Wer sich mit Natur und Technik auseinandersetzen, Dinge hinterfragen und Neues schaffen möchte, ist in der Elektrotechnik sehr gut aufgehoben“, erklärt Professor Rüter. Dabei spielen die Schulnoten in Mathe und Physik gar keine so große Rolle: „Viel wichtiger ist das Interesse, das man innerlich verspürt. Man muss wissen, dass das, was in der Schule passiert, nicht unbedingt mit dem vergleichbar ist, was im Studium passiert. Es gibt Studierende, die in der Schule sehr gut waren, aber im Studium merken, dass es doch nicht das Richtige für sie ist. Und es gibt Studierende, die mit Mathe und Physik in der Schule nicht viel anfangen konnten, die aber hier, wenn es richtig in die Tiefe geht, auf einmal aufblühen.“
„Die Elektrotechnik lässt sich vereinfacht in zwei große Bereiche unterteilen“, beschreibt Professor Rüter. „Zum einen gibt es die Energietechnik, die sich mit der Erzeugung, Übertragung und Nutzung elektrischer Energie befasst. Zum anderen gibt es die Informationstechnik, die die Verarbeitung, Übertragung und Sicherung von Informationen bzw. Daten zum Gegenstand hat.“ Wo man nachher landet, hängt von den eigenen Interessen ab. „Wenn du mehr Lust hast, große Anlagen zu bedienen und damit umzugehen, dann ist die Energietechnik eher dein Gebiet. Wenn dich mehr die Datenübertragung und der kleine Chip interessiert, dann passt die Informationstechnik besser zu dir.“
„Wer sich mit Natur und Technik auseinandersetzen, Dinge hinterfragen und Neues schaffen möchte, ist in der Elektrotechnik sehr gut aufgehoben.“
„Wir an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften versuchen, unsere Studierenden bestmöglich auf die Praxis im Berufsleben vorzubereiten“, betont Professor Rüter. Absolvent*innen des Fachs sind breit aufgestellt und haben viele Möglichkeiten: „Im Bereich Entwicklung werden beispielsweise neue Halbleitertechnologien vorangetrieben. Es gibt Ingenieur*innen, die klassisch im Bereich Energieversorgung tätig sind, und andere, die sich mit einer Idee selbstständig machen und Firmen gründen.“