In den vielen verschiedenen Ingenieurstudiengängen werden in den ersten zwei bis drei Semestern die Basiskompetenzen erarbeitet. Dazu gehören beispielsweise technische Mechanik, Strömungslehre, Thermodynamik, Werkstofftechnik, Fertigungstechnik und Produktentwicklung. Danach kann sich je nach Studiengang der Schwerpunkt verlagern. Durch die Entscheidung für den passenden Schwerpunk kann man die Weichen für den Weg in die Zuliefererfirmen bereits im Bachelor stellen.
Der Maschinenbau eignet sich in dem Zusammenhang als „neutraler Grundstudiengang“. Der Studienplan des Bachelorstudiums setzt keinen besonderen Schwerpunkt, sondern sieht vor, Inhalte aus verschiedenen Disziplinen wie Werkstofftechnik oder Fertigungsmechanik gleichermaßen zu behandeln. Wer alle Disziplinen durchläuft, hat die meisten Möglichkeiten zur späteren Spezialisierung im Masterstudium – auch für Automobilzuliefererfirmen im Bereich Elektromobilität. Wer sich allerdings schon von vornherein für Fahrzeugbau mit elektrischen Systemen, elektrischen Antrieben und allem Drumherum interessiert, kann direkt ein Bachelorstudium mit diesem Schwerpunkt beginnen.
Eine Wahl wäre dafür zum Beispiel der Studiengang Mechatronik. Die Mechatronik lässt sich als Mischung aus Mechanik und Elektrotechnik beschreiben. So sind beide Komponenten für die moderne Elektro-Automobilindustrie enthalten: erstens die Grundlagen zur Herstellung von Bauwerken – oder in diesem Kontext Bauteilen für Autos – und zweitens die Elektrotechnik für alle elektrischen Vorgänge und Systeme. Ein weiterer Klassiker ist das Studium der Elektrotechnik. Es bereitet in größerem, spezifischerem Umfang auf das Konstruieren und Herstellen elektrischer Systeme und Komponenten vor als zum Beispiel das Maschinenbaustudium. Im Studium erlernte Praxiserfahrungen durch Projekt- und Forschungsarbeiten sowie Praktika bereiten die Studierenden auf die Arbeit im Elektrobereich vor.
Neben den klassischen Studiengängen gibt es mittlerweile auch viele Fachrichtungen, die ganz genau auf die Arbeit mit und für die Industrie der Elektromobilität vorbereiten. Schon beim Namen des Studiengangs Elektrotechnik und Elektromobilität ist klar, worauf die Studieninhalte abzielen. Mögliche Module sind Digitaltechnik, Leistungselektronik oder Brennstoffzellen. Die Studiengänge Fahrzeugtechnik und Fahrzeugbau bereiten speziell auf die beruflichen Aufgabenfelder in der Fahrzeugindustrie vor. Karosseriegestaltung, Fahrzeugsicherheit, Antrieb und Fahrwerk sind nur eine kleine Auswahl an Beispielthemen dieser Studiengänge.
Die große Auswahl der Studiengänge verschafft den angehenden Absolvent*innen auch eine tolle Vielzahl an möglichen Berufen. Dazu zählen Positionen als Entwicklungsingenieur*in, als Versuchs- und Prüfingenieur*in oder als Maschinenführer*in. Studierende können außerdem in vielen Studiengängen die Kompetenzen für einen Job als Projektmanager*in, eine Stelle im Vertrieb oder im technischen Management mitnehmen. Wo man landet, hängt immer vom individuellen Schwerpunkt, den Berufswünschen und dem persönlichen Talent ab. Eins ist sicher: Mit einem Ingenieurstudium stehen so gut wie alle Türen offen.