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Energie und Umwelt

Der Kreislauf der Sicherheit

Aus Prüfung wird Sicherheit: Andreas Leitner hat als Prüfingenieur mögliche Schäden von Produkten oder Bauteilen fest im Blick.

Makro- bis Mikrobereich

Andreas Leitner arbeitet als Wirtschaftsingenieur in der Schadensanalyse bei der W. S. Werkstoff Service GmbH in Essen. Dort untersucht er Schäden an Bauteilen und erforscht dazu die Materialwelten vom Makro- bis in den Mikrobereich. Bei seiner Arbeit trägt er das Wissen manchmal wie einzelne Puzzleteile zusammen, bis ein Gesamtbild entsteht.

Was bewegen / Energie und Umwelt

Wirtschaftsing plus Maschbau

In der Schule mochte Andreas Leitner Mathe. Na klar. Aber eben auch Geschichte, Deutsch, Englisch, Latein... Strenggenommen gab es keinen Leistungsschwerpunkt. Gut fürs Zeugnis, herausfordernd für die Berufswahl. Ein typisches Merkmal für die meisten Ingenieure weist er jedoch auch auf: Seine Vorliebe für Lego Technic. "Na klar hatte ich Lego Technic, mit kleinen Elektromotoren und sogar eine Fernbedienung. Aber vor allem die pneumatischen Systeme fand ich toll." Um seine Interessen unter einen Hut zu bekommen, wählte Leitner nach dem 1,6-er-Abi den Studiengang zum Wirtschaftsingenieur an der Universität Duisburg-Essen. Als dazu gehörige Fachrichtungen entschied er sich schließlich für den Maschinenbau, "das war für mich einfach greifbarer als zum Beispiel die Elektrotechnik".

Qualitätswesen auf Indisch
Das Studium absolvierte Andreas Leitner ohne große Probleme. Mit seinen Kommilitonen traf er sich parallel zur Selbstversorgung in Lerngruppen, um gemeinsam Übungsaufgaben für die Klausuren zu lösen. Klingt nach einem ziemlich straighten Durchzug, den er nach den ersten drei Studienjahren erst einmal für ein Semester am Indian Institute of Technology Madras (IIT) unterbrach. In Indiens viertgrößter Stadt Chennai belegte er dann hauptsächlich Fächer zum Qualitätswesen. Ein Thema, das ihm zukünftig immer häufiger begegnen wird. "In der Uni war das Leben sehr behütet. Aber wenn ich das Gelände verließ, stand ich direkt in der indischen Innenstadt, wie man sie sich vorstellt. Überall lag Müll herum, es war heiß, und überall fuhren die typischen Autorischkas umher. Dabei fahren die Inder auf fünf Spuren zu zehnt nebeneinander und hupen sich ununterbrochen an." Eine bunte und fremde Welt, die Leitner in den vorlesungsfreien Zeiten auf Reisen erkundete.

Noch in Indien bewarb sich der Student im Rahmen seiner Bachelorarbeit für ein Forschungsprojekt zum Thema: Die Ermüdung von austenitischen Stählen, erhielt den Zuschlag und schloss die Arbeit erfolgreich ab. "Ich wusste, dass ich als Wirtschaftsingenieur in der Werkstoffprüfung nur ernst genommen werde, wenn ich neben dem Studium praktische Erfahrungen sammle. Also habe ich mich bei der ThyssenKrupp AG als Werkstudent beworben." Auch seine Masterarbeit konnte Leitner in Deutschlands größtem Stahl- und Technologieunternehmen schreiben. Für ThyssenKrupp ging er an das Max-Planck-Institut nach Düsseldorf, charakterisierte dort eine neue Werkstoffgruppe und schloss seinen Master mit Bravour ab.

Dem Fehler auf der Spur
Seit dem Sommer 2014 ist der Absolvent nun Ingenieur in der Schadensanalyse bei der W. S. Werkstoffservice GmbH. Dort ergründet der 26-Jährige, warum bestimmte Schäden an Bauteilen auftreten. Dazu führt er Tests durch, stellt Hypothesen auf und sammelt Indizien durch weitere Tests. Sprechen genügend Argumente für seine Hypothese, gilt diese als bestätigt. Der Kreis schließt sich: Aus Prüfung wird Gutachten wird Optimierung wird Qualität wird Sicherheit. Und Andreas Leitner ist mittendrin.

Weitere Infos zum Thema Prüftechnik findest du in der kompakt-Ausgabe 12|2014 / 01|2015

Bokelmann
Ein Rasterelektronenmikroskop
Bokelmann
Andreas Leitner prüft Werkstoffe auf Sicherheit und Qualität
Bokelmann
Arbeit im Testlabor
Bokelmann
Eichmetall
Bokelmann
Andreas Leitner an seinem Arbeitsplatz
Bokelmann
Materialanalyse
Bokelmann
Andreas Leitner mit einem Eichmetall
Bokelmann
Werkstoffprüfung ist Teamarbeit