Für Schüler und Studierende Für Pädagogen Für Partner Mein think ING.
Jetzt Registrieren!

Medien und Kommunikation

Errichtung eines Glasfasernetzes

Einer Großstadt ein Glasfasernetz überzuwerfen, ist eine Mammutaufgabe. Genau mit dieser Herausforderung beschäftigt sich Holger Rost.

Mit 300.000 Km/h durch die Stadt

Lichtgeschwindigkeit spielt im Leben des 44-jährigen Ingenieurs Holger Rost eine große Rolle. Dabei dreht es sich für den Elektrotechnikingenieur, Projektleiter und Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Netz GmbH aber nicht um interplanetarische Raumschiff-Reisen, Science-Fiction-Filme oder Einsteins quantenphysikalische Experimente, sondern um Highspeed-Internet, HD-Fernsehen, Bild-Telefonie und Video-on-Demand.

Was bewegen / Medien und Kommunikation

Mächtig Buddeln für Giga-Highspeed

Frank Rosts Aufgabe: Die Verkabelung einer ganzen Stadt mit hochmodernen, hauchdünnen Glasfaserleitungen. Holger Rost, inzwischen Geschäftsführer der Stadtwerketochter Netz GmbH, verantwortet den Aufbau eines Glasfasernetzes in der Ruhrgebiets-City Bochum (375.000 Einwohner). Rund eineinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich sind bereits vier Ausbaugebiete an die schnellen Glasfaserleitungen angebunden und die Stadtwerke ziehen ein positives Resümee.

Das historische Image vom Pulsschlag aus Stahl könnte sich schon bald wandeln, wenn die Ruhrgebietsstadt den entscheidenden Schritt in Richtung Kommunikations-Zukunft macht. Spätestens dann, wenn das fertige Netz aus Lichtwellenleitern unter dem Bochumer Straßenpflaster liegt und Tausenden von Mietwohnungen, Privathäusern und Bürogebäuden die digitale Welt in nie gekannter Qualität eröffnet. Surfen, Fernsehen und Telefonieren über eine einzige Verbindung – so schnell wie ein Lichtstrahl von der Sonne zur Erde reist. „2010 sind wir mit dem Projekt gestartet. Insgesamt sechs bis acht Jahre wird es etwa dauern, dann haben wir 60 Prozent der Bochumer Haushalte mit Glasfaserleitungen versorgt“, erläutert Holger Rost, und fügt noch hinzu: „Dieser Technologie gehört die Zukunft. Informationen, die über Lichtsignale übertragen werden, ermöglichen Bandbreiten bis zu 1 Gigabyte pro Sekunde. Das ist wirklich irre schnell.“

Viel Erfahrung

Bei einer Stadt mit 375.000 Einwohnern kann man sich gut vorstellen, welcher Aufwand dahinter steckt, damit Lichtleiter demnächst jeden DSL-Anschluss zur Schnecke machen und alle Haushalte voll auf Speed kommen. Ein großer Vorteil ist, dass die Bochumer Stadtwerke ein riesiges Know-how und eine Menge Erfahrung besitzen, wenn es darum geht, Leitungsnetze zu errichten. Was bei Strom, Gas und Wasser seit jeher hervorragend funktioniert, läuft bei der Glasfaser-Verkabelung nicht viel anders. Ums Buddeln kommt man allerdings nicht herum, denn auch die Hightech-Lichtleiter müssen im Untergrund verschwinden. „Die Art und Weise der Verlegung ist eine andere. Es ist kein umfangreicher Tiefbau nötig, sondern eher kleine chirurgische Eingriffe. Wir planen die einzelnen Projektabschnitte als Tagesbaustellen. 50 Meter Graben werden morgens aufgemacht und schon abends wieder geschlossen“, erklärt Holger Rost. „Letztlich reichen schmale Gräben, in die dann handbreite Plastikrohre mit mehreren Mikroröhrchen im Inneren wandern, durch die dann die einzelnen Glasfaserstränge laufen. Selbst wenn ein Glasfaserkabel mal beschädigt sein sollte oder es in ferner Zukunft neue Lichtleiter-Technologien gibt, sind wir mit dieser Art der Verlegetechnik gewappnet - wir können einfach neue Leitungen einziehen ohne das Hauptrohr ausgraben zu müssen“, berichtet er.

Verkabelung einer Stadt

Um die wahre Leistung eines Hochgeschwindigkeitsnetzes zu nutzen, ist es nötig, auch noch das letzte Stückchen Kupferkabel zu eliminieren. Durch jene metallischen Leitungen laufen schließlich elektrische Impulse und die passen einfach nicht mit den blitzschnellen Lichtwellen zusammen. Es reicht also nicht, die Glasfaserkabel durch die Straßenzüge der Stadt zu legen, sie müssen letztlich bis in die Häuser wandern. Nur wenn auch diese sogenannte „letzte Meile“ überbrückt wird und die Signale durchgehend über Lichtleiter transportiert werden, sind die traumhaft hohen Bandbreiten möglich. In welche Bochumer Wohnungen die Lichtgeschwindigkeit einzieht, entscheiden die Eigentümer natürlich selbst.

Weitere Informationen:

Mehr Infos zur Stadtwerke Bochum Netz GmbH

Weitere Infos zum Thema Glasfaserkabel findest du in der kompakt-Ausgabe12|2011

Stadtwerke Bochum
Patchbay/Rangierverteiler
Stadtwerke Bochum
Schaltschrank
Stadtwerke Bochum
Signalübertragung
Stadtwerke Bochum
Spleisskassette
Stadtwerke Bochum
Glasfaser
Stadtwerke Bochum
Glasfasern an der Aktivtechnik
Stadtwerke Bochum
Glasfaserkabel