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Wasser und Nahrung

Keine halben Sachen

Alicja Zackiewicz (29) ist als Umweltingenieurin für den Boden- und Gewässerschutz engagiert und hat sogar schon einen Film zu dem Thema gemacht.

Von den Geisteswissenschaften zur Umweltingenieurin

Alicja Zackiewicz wollte ursprünglich mal in die Geisteswissenschaften. Dann studierte sie an der TU Berlin das Fach Technischer Umweltschutz und entdeckte den Boden- und Wasserschutz, der das Herzensanliegen ihrer Karriere wird. Nach dem Studium und verschiedenen Projekten ist sie inzwischen als Mentorin für den ING-Nachwuchs aktiv und – wie nebenbei – lernt sie grad mongolisch.

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Als Tausendsassa für den Umweltschutz

Zwar ging Zackiewicz auf das Städtische Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium Mönchengladbach, interessierte sich aber zur Schulzeit eher wenig für Mathe, Physik und Co. Stattdessen wählte sie Philosophie, Erziehungswissenschaften, Englisch und Biologie als Abifächer. Anschließend wusste sie, dass ihre Zukunft nicht in den Geistesswissenschaften liegt. "Ich suchte etwas Handfestes", erinnert sich Zackiewicz, und sie fand es im Umweltschutz. Nach ihrem Abitur 2006 absolvierte die gebürtige Polin ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in Kłopot in Polen, im sogenannten Storchendorf. Während dieser Zeit hatte sie unter anderem Kontakt zu einer ehemaligen FÖJ-lerin, die später Technischen Umweltschutz studierte. Kurzerhand erkundigte sie sich, welche deutschen Unis diesen Studiengang anbieten, bewarb sich an drei Unis und erhielt drei Zusagen. Schließlich entschied sie sich für Berlin.

Schwierige erste Schritte

"Ich bin – im Rückblick – durchaus unbedarft an die Sache herangegangen", sagt sie. "Denn am Anfang war das Studium alles andere als leicht." Ohne Mathe-, Physik-, Chemie- oder Bio-LK lagen ihre Leistungen gegenüber den Kommilitonen zunächst zurück. Im ersten Semester fiel sie prompt durch vier Klausuren und dachte sogar darüber nach, das Studium abzubrechen. Im zweiten Semester holte sie dann die nicht bestandenen Prüfungen nach und schrieb bis zu vier Klausuren in einer Woche. Mit Ehrgeiz und Fleiß – und mit Erfolg – hat sie letztendlich den holprigen Start überwunden. Und nach dem Grundlagenstudium im Bachelor lief dann das Masterstudium "wie am Schnürchen".

Praktikum im Pilotprojekt

Alicja Zackiewicz war es nie wichtig, möglichst schnell durchs Studium zu kommen. "Ich wollte lieber so viele Kurse und Praktika wie möglich machen, um Bereiche kennen zu lernen, die mir Spaß machen und in denen ich nach dem Studium arbeiten kann." Auf diese Weise lernte sie die Bodenkunde kennen und lieben. Daraufhin entschied sie sich für ein Praktikum bei der Firma TRION, die sich mit Boden- und Gewässersanierung beschäftigt und entdeckte die Gewässerreinhaltung für sich. Schließlich machte sie ein weiteres Praktikum bei den Berliner Wasserbetrieben in Tegel. Dort beaufsichtigte sie eine Pilotanlage, die mit Aktivkohle aus dem Tegeler See unter anderem hormonähnliche Substanzen herausfiltern sollte, da die sogenannten endokrinen Stoffe im Verdacht stehen, Krebs und Unfruchtbarkeit zu begünstigen.

Auch ihre Masterarbeit hatte mit Wasser zu tun. Sie untersuchte, mit welchen Mitteln sich die Wärmeleitfähigkeit des Bodens beeinflussen lässt, damit sich erdverlegte Stromkabel nicht überhitzen. Letztendlich ziehen sich die eng verzahnten Themen Boden und Wasser durch ihre gesamte studentische Laufbahn und waren auch Bestandteil eines journalistischen Projekts. Mit Freundinnen drehte sie einen Dokumentarfilm über den Goldabbau in der Mongolei und die damit verbundenen Boden- und Gewässerverschmutzungen.

Blick in die Zukunft

Im März 2016 schloss Zackiewicz ihr Studium mit der Masterarbeit und einer sehr guten Abschlussnote ab. Aus acht Jahren Studium nimmt sie nicht nur viel Wissen mit, sondern auch viele Erfahrungen, die sie im Mentoring-Projekt der Humboldt-Universität zu Berlin, dem sogenannten Club Lise an Schülerinnen weitergibt. Seit zweieinhalb Jahren ist Alicja Zackiewicz Mentorin und begleitet Schülerinnen, um ihnen die Freude an Naturwissenschaften nahezubringen.

Und wie geht es weiter? Zunächst wird sich die zum Zeitpunkt des Interviews Hochschwangere ein Jahr um ihr kleines Töchterchen kümmern. "Anschließend könnte ich mir gut vorstellen, bei den Berliner Wasserbetrieben oder in einer Behörde anzufangen – in jedem Fall sollte es in Berlin sein und in den Bereichen Boden oder/und Wasser. Bis dahin wird sie ihrem Mentorenjob im Club Lise weiter nachgehen und studiert – beinahe nebenbei – Zentralasienwissenschaften. Eine Reminiszenz aus der Verbindung zur Mongolei. Nach Bodenkunde und Wasserreinhaltung lernt sie nun auch noch mongolisch, und wer weiß, vielleicht war das Wasser-Projekt in der Mongolei erst der Anfang?

Michael Bokelmann
Bei Alicja Zackiewicz dreht sich beruflich alles um den Wasser- und Bodenschutz
Michael Bokelmann
... aber die Tausendsassarin ist auch in anderen Bereichen aktiv und erfolgreich
Michael Bokelmann
In einem Praktikum bei den Berliner Wasserbetrieben arbeitete sie daran mit, Filter für kleinste Schadstoffe zu entwickeln
Michael Bokelmann
... und sie drehte auch schon einen Dokumentarfilm über den Goldabbau in der Mongolei
Michael Bokelmann
Inzwischen studiert sie zusätzlich noch Zentralasienwissenschaften und ist Mentorin im Club Lise