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ING des Monats

August 2016: Ramona Heye

Mit dem Niedersachsen-Technikum zum Ingenieurstudium

Ramona Heye entdeckte während der Oberstufe ihre Begeisterung für Technik

Bei der Wahl für die Leistungskurse ab Klasse zwölf traute sich Ramona Heye den Physik-LK noch nicht zu und legte den Schwerpunkt wie viele ihrer Mitschülerinnen auf Geschichte, bevor sie ihrem Interesse für Physik folgte. Nach dem Abitur fiel ihr eine Zeitungsanzeige für das Niedersachsen-Technikum ins Auge. Mit dem Mix aus Vorlesungen an der Hochschule, Praxiseinsätzen im Unternehmen und speziellen Kursen wurde ihr Weg in den Ingenieurberuf konkret.

"Mir wurde erst spät klar, dass mir Technik und Naturwissenschaften Spaß machen, auch wenn ich als Kind schon gerne dabei war, wenn mein Vater Autos repariert hat", erinnert sich Ramona Heye. Dass Geschichte nicht die richtige Leistungskurswahl war, stand schon relativ schnell nach Beginn der zwölften Klasse fest. Sie wiederholte freiwillig die Jahrgangsstufe und belegte nun doch die Leistungskurse Mathematik und Physik. Den Weg zum Ingenieurstudium fand sie dann mit dem Niedersachsen-Technikum. "Das Technikum kannte ich nicht, bis ich nach dem bestandenen Abitur eine Anzeige dafür gesehen habe. Darin wurden speziell junge Frauen nach ihrem Abitur angesprochen, die sich für Technik interessieren und einen unverbindlichen Einblick in die Ingenieurberufe erlangen wollten. Also genau passend für mich." Nach Abitur und erfolgreicher Bewerbung für das Projekt besuchte sie dann ein Mal pro Woche die Hochschule Osnabrück für eine Informatikvorlesung. "In der anderen Hälfte des Tages haben wir dann immer noch Programm von der Hochschule gehabt. So haben wir uns andere Unternehmen angeschaut oder über verschiedene Studiengänge Infos bekommen." An den anderen Tagen der Woche war sie bei ihrem Praxisunternehmen KME Germany GmbH & Co. KG, einem großen Hersteller von Produkten aus Kupfer und Kupferlegierungen für die unterschiedlichsten Industriebereiche.

Ein unerwartetes Angebot

"Während meines Technikums bei KME durfte ich in zahlreiche Bereiche reinschnuppern, Fragen stellen, mitarbeiten und mich ausprobieren. So wurde der Wunsch verstärkt Ingenieurin zu werden." Doch als ihr das Unternehmen kurz vor Schluss des Technikums eine Stelle fürs duale Studium anbot, lehnte sie zunächst ab. "Nie hätte ich damit gerechnet und war erstmal total platt. Das kam sehr überraschend für mich. Ich hatte einfach Bedenken, ob ich den Anforderungen eines dualen Studiums gewachsen bin. Ein paar Tage später bin ich aber wieder hin und habe gefragt, ob das Angebot noch gilt." So ging die Phase des Technikums ziemlich schnell in den dualen Studiengang Engineering technischer Systeme über und die zukünftige Ingenieurin verbrachte abwechselnd zehn Wochen im Unternehmen und zehn Wochen an der Hochschule Osnabrück. "Der Studiengang ähnelt sehr stark dem Aufbau eines Maschinenbaustudiums." Die anfänglichen Befürchtungen verschwanden schnell und Ramona Heye konnte alle Hürden des Studiums meistern. "Für mich war das Fach Elektrotechnik die größte Herausforderung."

Das eigene Ding machen

Seit ihrem Abschluss 2014 ist die Ingenieurin bei KME im Werkzeugbau tätig. "Wir sind quasi als interner Dienstleister für Ersatzteile, Reparaturen, Sondervorrichtungen und natürlich für die Herstellung von formgebenden Werkzeugen z.B. für die Strangpressen zuständig. Kurz gesagt fällt alles, was an den Anlagen in unserem Unternehmen häufig ausgetauscht werden muss, in unseren Bereich. Meine Aufgabe ist dabei die Konstruktion dieser Werkzeuge und Vorrichtungen.", erklärt die 27-Jährige. "Außerdem wurde bei KME ein neues Datenmanagementsystem eingeführt. Hier habe ich die Projektleitung übernommen und bin seit Abschluss des Projektes für den internen Support zuständig." Ein abwechslungsreicher Job, bei dem kein Tag dem anderen gleicht. "Das gefällt mir sehr gut, weil es so spannend bleibt. Wichtig ist, dass man sich gut organisiert und Prioritäten setzt. Die meiste Zeit verbringe ich an meinem Schreibtisch, aber ich habe auch immer wieder die Möglichkeit, mir in den verschiedensten Bereichen etwas vor Ort anzuschauen."

Schülerinnen in der Berufsfindung empfiehlt Ramona Heye sich an den eigenen Interessen zu orientieren und nicht an dem, was andere machen. "Ich würde mir die Hochschulen vor Ort anschauen und auch Praktika absolvieren. Für mich war das Niedersachsen-Technikum echt eine gute Mischung."

Niedersachsen-Technikum
T für Technik. Ramona Heye beim Start des Technikums
KME Germany GmbH & Co. KG
Im Rahmen des Technikums wurden verschiedene Unternehmen besichtigt wie hier KME
Niedersachsen-Technikum
Bei der Abschlusspräsentation des Niedersachsen-Technikum
KME Germany GmbH & Co. KG
Anlagen mit beeindruckenden Dimensionen
KME Germany GmbH & Co. KG
Ramona Heye arbeitet bei KME, einem großen Hersteller von Kupfererzeugnissen
KME Germany GmbH & Co. KG
Von ihrem Schreibtisch aus beschäftigt sich Ramona Heye z.B. mit den passenden Ersatzteilen für die riesigen Anlagen
KME Germany GmbH & Co. KG
Das Unternehmen fertigt Sonderformen nach Kundenwünschen
KME Germany GmbH & Co. KG
Ramona Heye ist für die Konstruktion von Werkzeugen
KME Germany GmbH & Co. KG
Die Konstruktionen entstehen mit Software
Niedersachsen-Technikum
Bei der Berufswahl auch auf die innere Stimme zu hören, ist ihr Tipp für Schülerinnen
Niedersachsen-Technikum
Bei KME lernte Ramona Heye verschiedene Abteilungen kennen
Niedersachsen-Technikum
Das Unternehmen produziert Erzeugnisse aus Kupfer
Niedersachsen-Technikum
In ihrem Job heute sitzt die Ingenieurin eher am Rechner
Niedersachsen-Technikum
Durch das Praktikum bei KME erhielt sie das Angebot für ein duales Studium
KME Germany GmbH & Co. KG
Eine kleine Auswahl der Erzeugnisse, die mit einer 35-Meganewton-Presse entstanden sind